Die Tabubrecherin

Hallo, mein Name ist Katrin.

Ich will mit Tabus brechen. Mit Tabus darüber, was Mütter können, dürfen und leisten – besonders dann, wenn sie Verantwortung tragen.

Als Mutter.

Als Entscheiderin.

Als Führungskraft.

Denn diese Tabus sind hartnäckig.

Sie sitzen in Unternehmen, in Strukturen und in den Köpfen anderer. Oft sitzen sie aber auch in uns selbst. Vielleicht kennst du das.

Ich finde, es ist Zeit, damit aufzuräumen. Zeit, dass du erfolgreich sein darfst, ohne dich dafür zu verbiegen. Dass du führen kannst, ohne dich von dir selbst zu entfernen. 

Und dass du Mutter sein kannst, ohne dich kleiner zu machen.

In diesen Zeilen geht es deshalb auch um dich.
Denn vieles von dem, was ich erlebt habe, kennst du vielleicht aus deinem eigenen Leben.

Kann sie das wirklich
– mit einem Kind?

Tabu:

Mütter können nicht erfolgreich sein

Ich kenne diese Frauen seit meinem ersten Tag im Berufsleben: gut ausgebildet, engagiert, klug, kompetent – und trotzdem werden sie ausgebremst. Nicht, weil sie zu wenig können, sondern weil sie Mütter sind.

Viele lernen früh, sich anzupassen. Härter zu wirken, souveräner, unerschütterlicher, immer verfügbar. Authentisch ist das selten. Denn Muttersein gilt im Job noch immer schnell als Risiko, als Schwachstelle, als möglicher Störfaktor. Noch immer fehlen echte Vorbilder, noch immer stehen unausgesprochene Zweifel im Raum: Kann sie das wirklich – mit einem Kind?

Mich hat das schon früh wütend gemacht. Und heute, selbst Mutter, reicht es mir endgültig.

Ist sie nicht zu
emotional dafür?

Tabu:

Deine weibliche Art hat in Führung nichts zu suchen

Ich habe viele Jahre als Führungskraft in einer Branche gearbeitet, die bis heute stark männlich geprägt ist. Das Bild von Führung um mich herum war oft hart, effizient, sachlich und schnell. Klar im Ton, kompromisslos im Anspruch.

Ich konnte mich anpassen. Aber nur bis zu einem gewissen Punkt. Denn ich habe früh gemerkt, dass da noch etwas anderes in mir ist. Etwas, das in diesen Räumen keinen Platz zu haben schien.

Ich wollte führen, ohne mich dafür zu verbiegen. Ich wollte meine weibliche Seite nicht ablegen, um ernst genommen zu werden, sondern sie als das leben, was sie ist: nicht Schwäche, sondern Stärke.

Also habe ich aufgehört, mich an einem Führungsbild zu orientieren, das nie für mich gemacht war, und begonnen, mein eigenes zu entwickeln: eines, das Klarheit und Empathie verbindet, Haltung und Feingefühl, Präsenz und Intuition.

Du musst dich nicht entscheiden. Nicht zwischen Karriere und Kind. Nicht zwischen Stärke und Menschlichkeit. Nicht zwischen Klarheit und Wärme.

- Katrin Simmes

Bauchgefühl statt Fakten
– das nennst du Führung?

Tabu:

Hör nicht auf deine Intuition

Strukturierte Analysen, klare Handlungsempfehlungen und überzeugende Präsentationen liegen mir. Mein Verstand liebt es, Dinge zu durchdenken und auf den Punkt zu bringen. Vielleicht kennst du das von dir selbst.

Und gleichzeitig weiß ich, dass gute Entscheidungen nicht nur im Kopf entstehen. Erfolgreich zu sein heißt nicht, alles nach Schema F abzuarbeiten. Es heißt auch, dieser anderen Stimme in dir Raum zu geben, die oft leise, aber sehr klar sagt: Mach es anders.

Ich habe diese Stimme mehr als einmal ignoriert – nicht, weil sie unklar war, sondern weil mein Verstand sehr gute Argumente dagegen hatte. Meine Intuition hatte trotzdem recht.

Seitdem höre ich auf beides: auf meinen Verstand, der analysiert, und auf meine Intuition, die oft längst spürt, was der Kopf erst später versteht. Gute Führung braucht nicht Analyse oder Gespür. Sie braucht beides.

Wer kümmert sich denn
dann um die Kinder?

Tabu:

Eine gute Mutter arbeitet nicht so viel

Die Vorstellung ist bekannt: Eine gute Mutter ist da, geduldig, präsent und möglichst selbstlos. Und natürlich brauchen Kinder Nähe, Sicherheit und Bindung. Aber sie brauchen keine Mutter, die sich selbst dabei verliert.

Ich glaube nicht daran, dass Mutterschaft besser wird, wenn wir uns kleiner machen. Ich glaube nicht, dass Verzicht automatisch Liebe ist. Und ich glaube nicht, dass Erschöpfung ein Beweis für Hingabe sein sollte.

Ich arbeite nicht trotz meiner Kinder und auch nicht gegen sie. Ich arbeite, weil ich eine Frau bin, die nicht nur Mutter ist. Genau deshalb kann ich die Mutter sein, die ich sein will.

Hättest du es dann
nicht besser gelassen?

Tabu:

Wofür hast du ein Kind, wenn du es fremdbetreuen lässt?

Diese Frage wird selten laut gestellt, aber sie steht im Raum. In Blicken, in Bemerkungen und in diesem feinen gesellschaftlichen Urteil, das Mütter bis heute zuverlässig begleitet.

Für manche Familien ist es richtig, dass die Mutter lange zu Hause bleibt. Für andere nicht. Für mich nicht. Und wenn du das hier liest, vermutlich auch nicht für dich.

Es ist nicht egoistisch, sich in der eigenen Arbeit verwirklichen zu wollen. Es ist nicht egoistisch, einen Teil von sich nicht aufzugeben, nur weil man Mutter geworden ist. Und es ist nicht egoistisch, das eigene Leben nicht ausschließlich über Fürsorge zu definieren.

Ich bin nicht weniger Mutter, weil ich arbeite. Ich bin nicht weniger verbunden, weil ich Verantwortung abgebe. Ich bin nicht weniger liebevoll, weil mein Leben nicht nur aus Mutterschaft besteht.

Denkst du eigentlich
nur an dich?

Tabu:

Du darfst nicht egoistisch sein

In meinem Schlafzimmer hängt ein Poster, auf dem steht: Hauptsache mir geht’s gut.

Für manche klingt das provokant, für mich ist es notwendig. Denn wenn es mir nicht gut geht, wird es eng. Dann verliere ich Geduld, Klarheit und Verbindung.

Wir kennen alle das Bild aus dem Flugzeug: zuerst die eigene Sauerstoffmaske, dann die der Kinder. Niemand nennt das egoistisch. Im Alltag aber behandeln wir Selbstfürsorge oft noch immer wie einen Luxus.

Mich selbst nicht immer zuletzt zu setzen, ist kein Egoismus. Es ist Verantwortung.

Du musst nicht erst jemand anderes werden, um wirksam zu führen, sondern endlich ganz du. Vielleicht ist genau das der eigentliche Tabubruch.

- Katrin Simmes

Kann man ihr da
wirklich vertrauen?

Tabu:

Wer sich von seinen Emotionen lenken lässt, ist schwach

Lange habe ich geglaubt, Emotionen seien etwas, das man im Griff haben muss. Heute weiß ich: Emotionen sind kein Störfaktor, sondern Information.

Wenn mich etwas erschöpft, hat das eine Botschaft. Wenn mich etwas wütend macht, auch. Und wenn ich spüre, dass mir alles zu viel wird, ist das kein Zeichen von Schwäche, sondern ein Zeichen, dass etwas gesehen werden will.

Früher hätte ich das ignoriert. Heute höre ich hin. Nicht immer sofort, nicht immer perfekt – aber bewusst.

Andere kriegen das
doch auch hin!

Tabu:

Du musst dich nur besser organisieren

Als ich Mutter wurde, stand ich vor einer sehr praktischen Frage: Was bleibt, wenn Zeit knapp wird? Was trägt mich wirklich – und was darf gehen?

Mit Kindern wird nicht alles weniger, aber vieles klarer. Duschen bleibt. Sport auch. Nicht perfekt, nicht täglich, aber verlässlich. Schminken durfte gehen. Bügeln auch.

Es geht nicht darum, alles unterzubringen. Es geht darum, zu erkennen, was wirklich zu dir gehört und was nur Gewohnheit war. Nicht alles, was du immer getan hast, muss bleiben. Nicht alles, was von dir erwartet wird, ist notwendig.

Vielleicht ist genau das die eigentliche Frage:

Was trägt dich wirklich – und woran hältst du nur aus Gewohnheit fest?

Du musst dich nicht nicht entscheiden.

Klarheit und Wärme

Stärke und Menschlichkeit

Karriere und Kind

Beides ist möglich. Beides ist wahr. Beides bist du.

Jeder dieser Schritte hat mich zu der Mutter in Führung gemacht, die ich heute bin. Ausgestattet mit einem großen Werkzeugkoffer zeige ich Müttern, wie sie authentisch führen, ihr Leben nach ihren Werten und Vorstellungen leben und die Mutter sind, die sie sein wollen.

- Katrin Simmes

Das bin ich in ein paar Zahlen:

Mit 19 habe ich ein 1er Abi gemacht und mich mit gleichem Ehrgeiz ins Studium der Wirtschaftswissenschaft gestürzt.

Mit 24 habe ich begonnen zu promovieren, weil ich nicht als Controllerin mein Leben vor Excel-Dateien fristen wollte.

Mit 25 habe ich meine Liebe für NLP (Neurolinguistisches Programmieren) entdeckt und gespürt, wie sehr es mir liegt mit Menschen zu arbeiten.

Mit 29 bin ich frisch promoviert bei den Stadtwerken Düsseldorf als Teamleiterin gestartet.

Mit 30 wollte ich mich endlich nicht mehr vor Konflikten drücken und habe eine Mediationsausbildung gemacht.

Mit 32 habe ich meine Heimatstadt Dortmund verlassen und als Abteilungsleiterin in Hannover den nächsten Karriereschritt gemacht.

Mit 34 wusste ich, dass ich neue Wege gehen muss. Es war Zeit die Tabus in der Arbeitswelt zu benennen und Impulse für Veränderung zu setzen.

Mit 35 bin ich zum ersten Mal Mutter geworden und habe ein Gefühl dafür bekommen, was die Mutterrolle wirklich bedeutet.

Mit 37 hatte ich zu genüge miterlebt, mit welchen Tabus Mütter jeden Tag konfrontiert sind und dass ich Mütter unterstützen will, damit sie ihren Weg gehen als Mutter UND Führungskraft.

Ebenfalls mit 37 habe ich die Energetisch-Emotionalen Systemklärung (EESK) nach Nadine Hamburger erlernt und die Kraft dieser Arbeit erkannt, im beruflichen wie im privaten Kontext.

Mit 38 bin ich zum zweiten Mal Mutter geworden und habe in mir die Kraft gespürt zur Tabubrecherin für Mütter in Führung zu werden.

Tabus brechen geht
am besten zu zweit.

 Ich arbeite mit Frauen in Führungspositionen, mit Müttern, die Verantwortung tragen und sich dabei nicht selbst verlieren wollen. Mit Frauen, die viel leisten, viel tragen und längst spüren, dass Führung nicht härter werden muss, sondern authentischer.

Wir sprechen über das, worüber sonst oft geschwiegen wird: über Zweifel, Erschöpfung, Ambivalenz, Verantwortung, Wut, Klarheit und den Wunsch, wirksam zu sein, ohne sich selbst dabei zu verlieren.

# Damit du deinen Weg weitergehst